Politik kann ja so schrecklich kompliziert sein. Keiner mag den anderen, Mehrheiten sind Mangelware und verstanden werden unsere Politiker ohnehin kaum noch, sofern sie dies denn überhaupt wollen. Ohnehin hat man wohl nicht ganz ohne Grund den Eindruck, dass es für viele eher eine Entscheidung gegen als bewusst für eine bestimmte Partei oder Person geworden ist – man wählt im Zweifelsfall also das kleinere Übel. Ach, wie schön waren doch die Zeiten, als uns die komplizierten Vorgänge und Verhältnisse der deutschen Politik noch mundgerecht dagereicht wurden.
Das rote Boot
“Hurra Deutschland” war noch wirklich Satire im handlichen, leicht verdaulichen Format. Nach Vorlage des englischen “Spitting Image”, der eine oder andere mag den Stil noch aus dem Genesis-Video zu Land of Confusion kennen, durften hier Politiker in Form von Handpuppen ganz sie selbst sein – oder zumindest das Klischee, auf das man sie gerne reduziert hat. Trotz deutlicher, bissiger und auch sehr persönlicher Kritik schien die Optik der Handpuppen doch irgendwie jeden deutlich spüren, dass man auch dies alles nicht zu ernst nehmen sollte. Und so waren denn auch überzogene Darstellungen und Bildnisse eine der größten Stärken dieser Sendung.
Da schipperte eben u.a. die SPD als Oppositions-U-Boot beinahe genauso orientierungslos durch die Meere, wie die “Macht”, an deren Steuerrad CDU, CSU und FDP fröhlich in beliebige Richtungen drehten, solange es Admiral Kohl nicht gelang, seine übliche Strategie des Kurs-haltens durchzusetzen. Pikantes Detail: Auch die Übernahme der “Macht” inkl. der Meuterei durch die FDP wurde hier verarbeitet.
Beschweren konnte sich so recht keiner, denn letztendlich wurde niemand, egal ob Regierung, Opposition oder sonstige Prominenz, von den Satire-Machern verschont. Und so wundert es auch kaum, wenn vermutlich etliche der “Betroffenen” über so manche Szene herzlich gelacht haben dürften. Ob das auch für die folgenden Akteure galt, sei dahingestellt:
Ok, Robert Blanco wird gelacht haben können. 😉
