Eigentlich war das hier ja nicht unbedingt als Plattform für billiges Product-Placement gedacht. Aber andererseits – bevor wir uns hier digital ausschweigen, können wir uns stattdessen auch über die eine oder andere “Fundsache” auslassen, die einem beim Stapfen durch die verschlungenen Pfade der Konsumgesellschaft so in die Hände fällt.
So lasse ich dann auch diesmal die langen Anekdoten einfach weg und komme direkt zu meinem Tipp:
Saosin – It’s Far Better To Learn (FF Fan-Video)
Gestolpert bin ich über die Jungs auf dem Soundtrack von Burnout Paradise (ja, so flechtet man geschickt doch noch das eine oder andere Produkt mit ein). Dort sind Saosin mit der etwas ruhigeren Nummer “You’re Not Alone” vertreten. So spielen sie sich dann auch mit Überzeugung durch die ganze Palette des Emo-Genres und liefern ein durchweg solides und absolut hörenswertes Debüt ab. Der Sound ist dabei bereits ähnlich ausgereift wie der, der von mir im Titel benannten “Vorbilder”.
Wie es der Zufall so will, bin ich bei der Recherche nach Videos von Dead Poetic zum Beleg von Parallelen dann allerdings über eine echte Perle von Fan-Video gestolpert, so dass ich dieses denn auch an hier empfehlen möchte, obwohl ich eigentlich ganz andere Songs auf dem Zettel hatte:
Fan-Video: Dead Poetic – Paralytic
Das Video transportiert hervorragend die relativ melancholische, Kritiker mögen nicht zuletzt angesichts von Titeln wie Narcotic und In Coma sagen beinahe lethargische, Stimmung, die das letzte Album Vices massiv geprägt hatte. Erstaunlich insofern, als dass Dead Poetic auf Ihrem Debüt Four Wall Blackmail trotz vorhandener nachdenklicher Ansätze (Tipp: Stereochild), ihren Gedanken primär durch für meinen Geschmack übertrieben eingesetztes Geschrei freien Lauf gelassen hatten. Beim Nachfolger New Medicines wussten die Jungs dieses dann schon wesentlich dosierter und somit auch gezielter einzusetzen, was dem Album ingesamt zur richtigen und vor allem glaubwürdigen Mischung aus Energie und Melancholie verhalf.
Diese Entwicklung gipfelte dann auch wie erwähnt im derzeit aktuellsten Album. Für mich allerdings eine konsequente Fortsetzung früherer Tendenzen, die hier ihre bislang höchste Perfektion erreicht. Zwar haben Dead Poetic keineswegs verlernt, kraftvolle oder auch rhythmisch eingängige Nummern zu schreiben und einzuspielen, aber für meinen Geschmack stellt insbesondere der zweite Teil des Albums einen Stil in den Vordergrund, bei dem trotz durchgestyltem Studiosound der Focus eben gerade nicht auf Songwriting von der Stange sondern einer sehr persönlichen musikalischen Auseinandersetzung mit diversen Themen liegt.
Dass ich sowohl Saosin als auch Dead Poetic jedem nur ans Herz legen kann, muss ich jetzt wohl nicht wirklich extra betonen. Am Ende würde mir das noch als Werbung ausgelegt. 😉