Leider kann ich den Autor obigen Zitates nicht benennen – ich war zu sehr mit Lachen beschäftigt um mir diesen zu merken. Trotzdem gibt es definitiv einen Eintrag in mein persönliches Buch der großen Aussprüche und mir gleichzeitig Gelegenheit, ein weit verbreitetes und gefürchtetes Phänomen näher zu beleuchten, mit dem sich jeder ambitionierte Online-Spieler schon konfrontiert gesehen haben dürfte.
Der gemeine Bunnyhopper.
Wer kennt es nicht? Minutenlang hat man sich durch unwegsames Gelände gearbeitet, die meiste Zeit in niedrigster Gangart oder in gewohnter Paranoia in möglichst ungleichmäßigem Muster sprintend, um sich schließlich irgendwo ein gemütliches und vor allem unscheinbares Plätzchen zu suchen, von dem aus man dann seinem Tagwerk nachgehen möchte. Dieses hat es so an sich, dass man von anderen, durchaus gleichgesinnten Akteuren bisweilen als Spielertyp der eher bewegungsarmen Art mit eingetretenen Pfaden und wohl bekannten Aufenthaltsorten abgestempelt wird. Gut, man hat sich daran gewöhnt, dass man als nicht zum Kreise der Anhänger der “Bullets by the billion”-Philosophie gehörender Mitspieler manchmal eher verächtlich angesehen wird – sei es aus Neid oder echter Abneigung.
Stirb, Krusty! Stirb!
Irgendwie respektiert man sich dann doch. Schließlich ist es hier dann auch wie überall im Leben: Einer macht sich immer noch viel unbeliebter. Und dieser besondere Spielertyp hat auch wirklich ein herausragendes Talent, den Zorn seiner Mitspieler, bevorzugt den seiner Gegner, auf sich zu ziehen. Wo sich die übrigen Kontrahenten in der Regel durch unterschiedliche Schuss- und Trefferfrequenz sowie taktisches Geschick unterscheiden, tut sich der durchschnittliche Bunnyhopper vor allem durch ein erstaunliches Maß an Realitätsverlust hervor. So sind es dann auch meist die Infizierten, die diverse Spiele als hochgradig realistisch beschreiben und andererseits kein Problem damit haben, dass man sich in einer Tour springend und dabei fröhlich um sich schießend durch Stadt, Land und Fluß bewegen kann – selbstverständlich ohne dabei merklich an Treffsicherheit zu verlieren. Allerdings nur solange, wie sie dabei nicht getroffen werden – dann muss es natürlich mit unerlaubten Mitteln oder unverschämtem Glück zugegangen sein. Zugegeben, meist ist dann auch ein aus Frust abgefeuerter Lucky Shot. Einige von denen Springen allerdings ein technisch so sauberers Muster, dass man neben der Karte mit der klaren 10 für die A-Note auch schonmal den Finger in den Wind strecken kann, um den richtigen Haltepunkt für den folgenden Schuss zu ermitteln. Den Unmut, den man sich dabei mal wieder unweigerlich zuzieht, weiss man inzwischen zu ignorieren oder gar zu genießen. Nunja, irgendeinen Grund wird es aber wohl haben, dass sich diese Art der Fortbewegung in der realen Welt außer beim Sackhüpfen oder vielleicht noch bei Takeshi’s Castle nicht so recht durchgesetzt hat.
Restricted Area: Bunnyhoppers will be shot on sight!
Nein, verdammen sollte man sie nun wirklich nicht alle pauschal. Jeder mag sich sein eigenes Urteil über die einzelnen Exemplare dieser doch recht merkwürdig anmutenden Spezies unter den Onlinespielern bilden. Aber ob sie nun einfach nicht wissen, was sie tun, oder das für eine recht raffinierte Taktik halten: Sie werden hüpfen, bis die Leertaste zu Bruch geht oder mal eine Engine etwas wirklich effektives auf Lager hat (ja, ich hab auch schonmal Infiltration gespielt). Und so werde ich dieses Treiben auch weiterhin mit mal leisen mal lauten Kommentaren hinnehmen müssen – sofern der Kandidat nicht zu den Musterspringern gehört.
Bleibt mir noch meine persönliche Liste mit gern gewählten Ausdrücken, um den Probanden mit seinem Leiden zu konfrontieren:
- Advanced Bunnyism
- Schweres Bunnysyndrom
- Jump, Forrest, jump!
Hilfreiche Ergänzungen von anderen engagierten Tierfilmern werden gerne entgegengenommen!
