It ain’t over ’til the fat lady sings


Langes Wachbleiben zahlt sich manchmal eben doch aus: Hatte ich doch am Nachmittag noch Angst, da mir mein EPG einzureden versuchte, dass es anstelle des Super Bowls in der ARD eine weitere, höchst spannende Ausgabe von Beckmann geben sollte, sah die Sachen am späten Abend dann doch viel erfreulicher aus. Jetzt mag man mich fragen, wozu ich das überhaupt in der ARD verfolgen möchte, wenn ich doch über sündhaft teures Pay-TV verfüge.
Nur ein Wort: Bildqualität.

The perfect season

So musste ich mir dann wohl oder übel zugunsten der um Welten besseren optischen Qualität – HD will bei uns ja keiner bezahlen und NASN speist einfach im Verhältnis zur ARD zu schlecht ein – den Super Bowl XLII mit deutschen Kommentaren gefallen lassen. Es sei allerdings erwähnt, dass diese bis auf wenige Ausnahmen bzw. Ausrutscher (na klar, 1st Down und Running Game halten beide die Uhr an … NOT!) soweit in Ordnung waren, auch wenn mir der Kommentar der amerikanischen Kollegen hier eindeutig lieber gewesen wäre.

Für den Spielverlauf hatte ich eigentlich auch eher keine guten Vorahnungen. Auf der einen Seite die New England Patriots, die in den letzten Jahren quasi zum Bayern München der NFL avanciert sind – und auf der anderen der Underdog aus New York, die Giants. Zudem konnten die Patriots auf ein perfekte Saison mit 18 Spielen ohne Niederlage zurückblicken und standen somit an der Schwelle, den Rekord der Miami Dolphins, der inzwischen mehrere Jahrzehnte bestand hatte, einzustellen und sogar noch um zwei Spiele höher zu schrauben. Die Giants hingegen hatten eher eine durchwachsene Saison und waren erst in den Playoffs in Fahrt gekommen. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für ein ausgeglichenes Spiel.

Second lowest scoring game after 3 quarters

Offensichtlich war ich nicht der einzige, der die Rechnung ohne die unglaublich starke Defense der Giants gemacht hatte, denn obwohl die Patriots immerhin einen Touchdown verbuchen konnten, hatte deren Quarterback Tom Brady deutlich mehr als einmal unfreiwilligen Bodenkontakt aufnehmen müssen. Allerdings schenkten sich beide Seiten in dieser Hinsicht kaum etwas, so dass es zu Beginn des letzten Viertels 7:3 für die Patriots stand.

Als diese dann mit weniger als 3 Minuten auf der Uhr ihren zweiten Touchdown nachlegen konnten, sackte meine Stimmung dann vorläufig etwas ein, denn aufgrund der bisher sehr offensiv geprägten Partie war nicht mehr unbedingt mit einem Comeback der Giants zu rechnen. Der folgende Drive startete dann auch eher mäßig und war mehr als einmal ernstlich in Gefahr. Und gerade, als es so aussah, als würden sie dem Druck nicht mehr standhalten können und langsam verzweifeln, brachten die Giants völlig überraschend folgenden Spielzug zu Stande:

Auf der Schwelle zum Aus so eine Nummer aus dem Hut zu zaubern und vor allem zu improvisieren, verdient schon wirklich eine Menge Respekt. Der nachfolgende Touchdown war zwar auch alles andere als selbstverständlich, jedoch im Vergleich zu der unglaublichen Willenleistung von zuvor eher ein einstudierter Standardspielzug. Dazu sei noch angemerkt, dass es keine gute Idee ist, morgens um 4 begeistert von der Couch aufzuspringen, wenn man vorher stundenlang relativ regungslos dort verharrt hat. ;)

So what’s the lesson learned?

Es nützt einem nichts, wenn man in der gesamten Saison nur ein Spiel verliert, wenn es sich dabei um den Super Bowl handelt. ;oP

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Hey, das ist ein freies Land - meint man zumindest landläufig. Also immer fröhlich drauf los. Mehr als Löschen können wir auch nicht ...

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