“… das konnte man nur akustisch hören.”
Sportübertragungen waren schon immer für sprachliche Highlights und denkwürdige Zitate gut, auch wenn man sich beim pseudo-intellektuellen Geschwafel einiger Synapsenknaller vielleicht besser die Ohren zuhält oder aber einfach ein gutes Album auflegt. So hat sich denn auch Béla Réthy am heutigen Abend mal wieder mit einem eher sympathischen Versprecher in dieser illustren Sammlung verewigt, als er versuchte, gleichzeitig weiter dem Spielverlauf zu folgen und dabei einen Auspruch eines deutschen Spielers zu zitieren, welcher eben nur aus dem Hintergrund zu hören gewesen war. Gelegenheit genug für mich, nochmal schnell in meiner Erinnerung zu kramen, und einige meiner persönlichen Highlights dieses Genres zusammenzutragen.
- “Da ruft auch keiner …”, stelle Andreas Brehme einmal richtig fest, nachdem er, im übrigen völlig unbedrängt, einen Ball mit dem Kopf galant im eigenen Tor versenkt hatte. Bis heute quält mich die Frage, welches wohl der passende Ruf gewesen wäre, der das hätte verhindern können. “Vorsicht, Ball!”?
- “Das könnte auch bedeuten: Bringt mir ein neues Tor!”, deutete Marcel Reif den erhobenen Daumen eines Offiziellen zu Beginn einer Champions League-Partie, nachdem eines der Tore bereits vor dem Anpfiff gefallen war – und zwar aufgrund eines morschen Pfostens – und die Verantwortlichen eilig Ersatz herangeschafft und eingepasst hatten. Nebenbei bemerkt eine der unterhaltsamsten Fußball-Übertragungen, an die ich mich erinnern kann, zumal die eingesetzten Kommentatoren eifrig Theorien austauschen, wie man jetzt am schnellsten ein neues Tor zimmern könnte, und wo man denn eigentlich an dem Abend noch hingehen könnte, wenn das Spiel verschoben werden müsste.
- “Da kann ich ja auch gleich für Deutschland spielen. Ich kann wenigstens deutsch.”, kommentierte Lodi Roembiak, seines Zeichens Niederländer und damals in Diensten von Werder Bremen, die Einbürgerung und Nominierung von Paolo Rink und Oliver Neuville für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Wo er Recht hat, …
- “Diese Jahre … musse spiele … musse gewinne …”, ach, Ailton hat sich zwar in all den Jahren konsequent von der deutschen Sprache ferngehalten, aber wer will es ihm verübeln? Ob er denn stattdessen arabisch gelernt hätte, wenn die FIFA nicht explizit die Statuten geändert bzw. konkretisiert hätte, als er für viel Geld als Nationalspieler nach Qatar gehen sollte?
- “Sorry, I don’t understand the question”, fertigte Mika Häkkinen einst Kai Ebel ab, nachdem der in einem nur mühsam verständlichen Dialekt, den er selbst wohl für halbwegs brauchbares Englisch zu halten schien, eine dafür umso unbrauchbarere Frage zum vorzeitigen Ausscheiden des damaligen F1-Piloten beim Grand Prix von Monte Carlo gestellt hatte. Ja, den Finnen hat man eben noch korrekte Umgangsformen beigebracht.
Bleibt mir nur noch, diesen Beitrag mit einem Zitat meines Physik-Professors zu schließen, welches mich nachhaltig beeindruckt hat:
“Normale Geräte machen das ganz normal.”