Medal of Installation
Es ist schon ein Kreuz mit den modernen Videospielen. Sofern man denn halbwegs aktuelle Hardware sein eigen nennt, kann man immerhin schonmal einen Teil der Systemanforderungen abhaken. Beim Festplattenplatz muss man inzwischen mit Anforderungen von bis zu 11 GB auch schon tief in die Tasche greifen, wenn man mehr als 2-3 aktuelle Titel gleichzeitig lauffähig halten will. Daran, dass dort auch etliche Lokalisierunge für Sprachen, die man ohnehin nicht in Anspruch nehmen will, und zum Teil auch schonmal Trailer für andere Spiele und Produkte mit zum normalen Installationsumfang gehören, hat man sich auch schon irgendwie gewöhnt. Trotzdem hat es EA mit Medal of Honor: Airborne dieser Tage geschafft, sich einen unrühmlichen Ehrenplatz zu ergattern.
“Setup ended prematurely. Your system has not been modified.”
Nunja, nicht unbedingt die Antwort, die man sich von einem Installationsprogramm nach mehr als 10 Minuten erhofft hatte, aber für etliche Käufer von MOH:A derzeit bittere Realität. Eine erste Recherche fördert dann für die meisten die Information zu Tage, dass es entweder an der Installation der PhysX-Engine oder aber an der integrierten Firewall von XP scheitern soll – und bei letzterer nicht etwa daran, dass diese aktiviert wäre, sondern am genauen Gegenteil.
Ich war offensichtlich nicht der einzige, für den das dann nicht die ultimative Lösung sein konnte. Erst recht nicht, wenn man wie ich so einige Probleme mit der Installation von SP2 hatte und somit ein nicht wirklich aktuelles XP vor sich hat. Der Support von EA hatte sich dann auch schleunigst aus dem Staub gemacht, als sich abzeichnete, dass sich die Probleme so nicht bei allen Kunden beheben ließen, und stattdessen immer mehr und immer wütendere Beschwerden über weitere Probleme eintrudelten.
Community to the rescue
Neben wüsten Beschimpfungen hatten einige Leidensgenossen dann doch auch nützlichen Input in die Diskussion eingebracht. Einer davon sogar die Lösung, zumindest soweit es meine Installationsprobleme betraf – dafür tausend Dank an dieser Stelle. In der Kurzfassung habe also auch ich die Installation einfach im mutmaßlich letzten Moment vor dem Rollback über den Taskmanager beendet (alle msiexec-Prozesse) und anschließend die noch fehlenden Dateien von Hand auf die Festplatte kopiert und umbenannt. Da dies in meinem Fall über 200 Dateien waren, habe ich dann allerdings doch lieber auf ein kurzes Skript für ein automatisches Umbenennen zurückgegriffen, anstatt mir Datei für Datei die Finger wund zu tippen.
Immerhin konnte ich das Spiel auf diese Weise zumindest zum Starten überreden. Die Freude war allerdings nur von kurzer Dauer, denn bereits zum Start der zweiten Mission hatte mich ein alter Bekannter empfangen: der Bluescreen. Nunja, in diesem Fall könnte es in der Tat mal wieder Zeit sein, aktuelle Treiber für die Grafikkarte nachzulegen. Ich bin halt eiserner Verfechter der “Never change a running system”-Philosophie …
Update: Der Installer schlägt zurück
Zu früh gefreut: Abgesehen davon, dass sich die aktuellen ATI-Treiber mal wieder unglaublich bockig anstellen (noch weiß ich nicht, ob noch alles läuft), hat sich der MOHA-Installer bitter an mir gerächt. Wann auch immer er das unbemerkt gemacht hat, das Spiel ist deinstalliert – mit Ausnahme der Dateien, die ich von Hand installiert hatte. Der Rest hat sich in Luft aufgelöst. Der Installer hat also doch irgendwann noch einen Rollback durchgeführt. Am Ende will EA mit den endlosen Problemen nur verschleiern, dass das Spiel trotz der 9GB aus lediglich 6 Missionen besteht. Wenn die alle ähnlich lang wie die erste angesetzt sind, dürften einige Leute das Spiel in der Tat in 3-4 Stunden durchgespielt haben. Dafür muss die Installation natürlich ein wenig länger dauern…